Differenzbesteuerung nach §25a
So berechnet Sellaro die Umsatzsteuer auf die Marge, wann du die Differenzbesteuerung wählen kannst und warum jedes Stück einzeln zählt.
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Kaufst du als Unternehmer Ware von Privatleuten, also ohne Vorsteuer, kann beim Weiterverkauf die Differenzbesteuerung nach §25a UStG gelten. Diese Seite erklärt, wann Sellaro sie dir anbietet und wie die Steuer dann berechnet wird.
Sellaro ersetzt keine steuerliche Prüfung
Sellaro prüft nur, ob die verbrauchten Einkäufe ohne Vorsteuer gebucht sind, nicht ob die Differenzbesteuerung für dich und einen bestimmten Verkauf rechtlich zulässig ist. Kläre das mit deiner Steuerberatung, bevor du sie nutzt. Eine falsch angewendete Differenzbesteuerung kann zu Nachzahlungen führen.
Was ist die Differenzbesteuerung?
Normalerweise steckt die Umsatzsteuer im ganzen Verkaufspreis. Bei der Differenzbesteuerung wird nur die Marge besteuert, also die Differenz zwischen Verkaufspreis und Einkaufspreis. Die Steuer steckt in dieser Marge: Bei 19 % sind das 19/119 der Marge. Da du beim Ankauf von privat keine Vorsteuer abziehen kannst, würde die Ware sonst doppelt mit Umsatzsteuer belastet.
| Stück | Verkaufserlös | Warenpreis | Marge | Besteuert |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 150,00 € | 100,00 € | 50,00 € | 50,00 € |
- Besteuerte Marge
- 50,00 €
- Darin enthaltene Umsatzsteuer (19 %)
- 7,98 €
- Gewinn mit Differenzbesteuerung
- 42,02 €
- Zum Vergleich: Umsatzsteuer auf den vollen Preis
- 23,95 € · Gewinn 26,05 €
Du kaufst ein Paar für 100 € von privat und verkaufst es für 150 €. In der Marge von 50 € stecken 7,98 € Umsatzsteuer, dir bleiben 42,02 € Gewinn. Mit normaler Besteuerung wären 23,95 € Umsatzsteuer fällig.
Wann kann ich §25a im Verkauf auswählen?
Sellaro zeigt den Schalter Differenzbesteuerung §25a an einer Verkaufsposition nur, wenn alles davon zutrifft:
- Du nutzt ein Geschäftskonto. Mit einem Privatkonto rechnet Sellaro gar keine Umsatzsteuer, also auch keine auf die Marge.
- Die Einstellung ist an. Schalte sie unter EinstellungenGeschäft bei Differenzbesteuerung (§25a UStG) ein. Ab Werk ist sie aus; du kannst sie auch in der Ersteinrichtung einschalten.
- Es gibt Einkäufe ohne Vorsteuer. Mindestens ein Einkauf des Produkts muss mit Ohne Vorsteuer gebucht sein.
Wählbar ist der Schalter erst, wenn jeder Einkauf, den die Position tatsächlich verbraucht, ohne Vorsteuer gebucht ist. Welche das sind, ergibt sich aus FIFO und deiner Zuordnung (siehe Warenkosten nach FIFO). Bestand mit Vorsteuer, den der Verkauf nicht braucht, stört nicht.
Ist ein verbrauchter Einkauf mit Vorsteuer dabei, bleibt der Schalter gesperrt: Hast du für ein Stück Vorsteuer abgezogen, darf es nicht differenzbesteuert verkauft werden. Der Hinweis nennt, wie viele der zugeordneten Einkäufe Vorsteuer haben. Verringere dann die Menge oder wähle mit Einkäufe zuordnen gezielt Einkäufe ohne Vorsteuer.
Was passiert beim Einschalten?
- Die normale Umsatzsteuer der Position entfällt, und der Preis gilt als Bruttopreis. Schaltest du §25a im selben Dialog wieder aus, stellt Sellaro die vorherige Steuereinstellung wieder her.
- Änderst du beim Anlegen die Menge so, dass ein Einkauf mit Vorsteuer nötig wird, schaltet Sellaro §25a selbst wieder aus.
- Beim Speichern prüft Sellaro die tatsächlich zugeordneten Einkäufe noch einmal und bucht den Verkauf nicht, wenn einer davon Vorsteuer hat. Beim Bearbeiten eines Verkaufs greift nur diese Prüfung.
Wählst du für eine neue Position eine Marktplatzbestellung, gibt es den Schalter nicht. Die Werte kommen dann aus der Abrechnung der Bestellung.
Warum rechnet Sellaro jedes Stück einzeln?
Das Gesetz besteuert die Marge jedes einzelnen Gegenstands. Macht ein Stück Verlust, mindert das nicht die Marge eines anderen Stücks. Sellaro verteilt den Verkaufspreis einer Position deshalb centgenau auf ihre Stücke und besteuert nur die positiven Margen.
| Stück | Verkaufserlös | Warenpreis | Marge | Besteuert |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 50,00 € | 80,00 € | -30,00 € | 0,00 € |
| 2 | 50,00 € | 0,00 € | 50,00 € | 50,00 € |
- Besteuerte Marge
- 50,00 €
- Darin enthaltene Umsatzsteuer (19 %)
- 7,98 €
- Gewinn mit Differenzbesteuerung
- 12,02 €
- Zum Vergleich: Umsatzsteuer auf den vollen Preis
- 15,97 € · Gewinn 4,03 €
Du verkaufst zwei Paar zusammen für 100 €, also 50 € je Paar. Das erste hast du für 80 € gekauft, es macht 30 € Verlust und bleibt steuerfrei. Das zweite hast du gratis dazubekommen, in seiner Marge von 50 € stecken 7,98 € Umsatzsteuer. Fällig sind also 7,98 € und nicht 3,19 €, wie es bei einer gemeinsamen Marge von 20 € wäre. Dein Gewinn: 100 € minus 7,98 € Steuer minus 80 € Warenkosten ergibt 12,02 €.
Welche Kosten zählen für die Steuer, welche für den Gewinn?
Für die Steuer zählt nur der Warenpreis, also was du für die Ware selbst bezahlt hast. Für den Gewinn zählen alle Kosten des Einkaufs.
| Stück | Verkaufserlös | Warenpreis | Nebenkosten | Marge | Besteuert |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 75,00 € | 25,00 € | 35,00 € | 50,00 € | 50,00 € |
| 2 | 75,00 € | 25,00 € | 35,00 € | 50,00 € | 50,00 € |
- Besteuerte Marge
- 100,00 €
- Darin enthaltene Umsatzsteuer (19 %)
- 15,97 €
- Gewinn mit Differenzbesteuerung
- 14,03 €
- Zum Vergleich: Umsatzsteuer auf den vollen Preis
- 23,95 € · Gewinn 6,05 €
Zwei Stück kosten je 25 € Warenpreis plus je 35 € Nebenkosten. Du verkaufst beide für 150 €, also 75 € je Stück. Besteuert werden je 50 € Marge (75 € minus 25 €), darin stecken zusammen 15,97 € Umsatzsteuer. Dein Gewinn: 150 € minus 15,97 € minus 120 € ergibt 14,03 €.
Nebenkosten stehen bei manchen älteren Einkaufsbelegen getrennt als Anschaffungsnebenkosten. Neue lassen sich im Einkaufsdialog nicht mehr anlegen. Hast du Versand oder andere Kosten in den Einkaufspreis eingerechnet, zählen sie als Warenpreis und damit auch für die Steuer.
Warum weicht die Vorschau im Verkaufsdialog ab?
Die Zeilen Margensteuer §25a und Geschätzter Gewinn im Verkaufsdialog sind Schätzungen. Die Vorschau rechnet die Marge vereinfacht über die ganze Position: Verkaufspreis minus gesamter Wareneinsatz. Bei einem einzelnen Stück ohne Nebenkosten kommt dasselbe heraus. Bei mehreren Stücken mit unterschiedlichen Einkaufspreisen oder mit Nebenkosten kann die gespeicherte Steuer höher sein, wie in den beiden letzten Beispielen.
Maßgeblich ist der gespeicherte Verkauf. Dort steht die Steuer als USt auf Marge. In der Umsatzsteuer der USt-Übersicht auf dem Dashboard ist sie ebenfalls enthalten.